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Piccadilly Circus
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Piccadilly Circus (Aussprache [ËpÉŞkÉdÉŞli ËsÉËkÉs]) ist eine StraĂenkreuzung und ein Ăśffentlicher Platz im Londoner West End. Er wurde 1819 fertiggestellt, um die Regent Street mit der Piccadilly zu verbinden. Im architektonischen Sinn ist ein âCircusâ eine runde, Ăśffentliche Fläche an einer StraĂenkreuzung bzw. eine Art Kreisverkehr, jedoch ohne eine gebaute Mittelinsel. Schon seit 1886 ist der Piccadilly Circus jedoch nicht mehr als solcher zu erkennen. Heute verbindet er die Shaftesbury Avenue, den Haymarket, Coventry Street (in Richtung Leicester Square), Regent Street und Lower Regent Street, die Piccadilly und eine kleine SeitenstraĂe, die Glasshouse Street. Der Circus befindet sich in der Nähe zahlreicher Einkaufs- und Unterhaltungsgebiete. Die Tatsache, dass er ein Knotenpunkt einiger der wichtigsten StraĂen Londons ist, macht ihn zum quirligen Treffpunkt.
Während der Zeit der Kolonisation und des groĂen âBritish Empireâ wurde Piccadilly Circus oft als âMittelpunkt der Weltâ bezeichnet.
Contents
⢠Geschichte
⢠1811â1924
⢠2009âheute
⢠Reklametafeln
⢠1900â1975
⢠1977â2017
⢠2017
⢠London Pavilion
⢠Geschäfte
⢠U-Bahn
⢠Bus
⢠Weblinks
⢠Einzelnachweise
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Geschichte
1811â1924
Im Jahr 1811 wĂźnschte sich der Prinzregent, der spätere KĂśnig George IV., eine Prachtmeile, die in St. Jamesâs beginnen und bis zum Regentâs Park fĂźhren sollte. Er beauftragte den bekanntesten Architekten dieser Zeit, John Nash, damit, diesen Wunsch zu erfĂźllen. Nach acht Jahren Bauzeit war das Meisterwerk 1819 vollendet. Die Regent Street und der Piccadilly Circus (bis 1886 noch âRegent Circus Southâ) sowie der Oxford Circus (bis 1886 noch âRegent Circus Northâ) und der Waterloo Place waren erschaffen. Piccadilly Circus war jedoch nur eine einfache StraĂenkreuzung am Zusammenfluss der Piccadilly und der Regent Street, an der die Häuserfassaden konkav gestaltet waren, sodass sie einen Kreis (Circus) bildeten. Schon zu diesem Zeitpunkt war Piccadilly Circus ein sehr belebter Knotenpunkt. Jedoch wurde die geschlossene Bebauung der Kreuzung schon bald aufgebrochen. 1886 wurde zum Gedenken an den 7. Earl of Shaftesbury eine groĂe VerbindungsstraĂe durch die Slums von Soho in den Londoner Norden nach Bloomsbury gebaut, die heute unter dem Namen Shaftesbury Avenue bekannt ist. FĂźr dieses Bauvorhaben mussten zahlreiche Häuser abgerissen werden, auch ein Häuserblock direkt am Piccadilly Circus musste weichen, der ein Teil der vier Quadranten war, die bis zu jenem Zeitpunkt den Circus formten. So entstand das heute noch vorzufindende, eher dreieckige Layout der gesamten Kreuzungsfläche. Der London Pavilion wurde mitsamt der neuen Kreuzung erĂśffnet, da der Vorgängerbau der Shaftesbury Avenue weichen musste. Die drei der ursprĂźnglich vier Quadranten, sowie das Kaufhaus Swan & Edgar und das Criterion Theatre blieben jedoch nach dem Abriss der umliegenden Gebäude erhalten.
1922 erfolgte die erste StraĂennummerierung in GroĂbritannien und damit verlief die A4 road von Haymarket/Coventry Street kommend in die StraĂe Piccadilly. Aus der Regent Street (SĂźd) kam die A3213 road (heute auch A4) auf den Platz; von der Shaftesbury Avenue die A401 road und aus der Regent Street (Nord) die A4201 road.
Shaftesbury Memorial Fountain
Den Londoner BĂźrgern war eine GedenkstraĂe fĂźr den Earl viel zu wenig und sie entschlossen sich Spenden zu sammeln, um ein Denkmal zu errichten. 1893 wurde schlieĂlich der Shaftesbury-Gedenkbrunnen eingeweiht, der heute als Erosbrunnen bekannt ist. Jedoch sollte die geflĂźgelte Figur auf der Spitze nicht Eros darstellen, sondern den Engel der christlichen Nächstenliebe. Die prĂźden Viktorianer waren allerdings Ăźber die fast nackte Aluminiumfigur nicht sehr begeistert, verspotteten sie und verhĂśhnten Sir Alfred Gilbert, den Erbauer des Denkmals. Es war das erste Denkmal in London, welches ausschlieĂlich aus Aluminium gegossen wurde. Der Brunnen wurde auf vier niedrigen Stufen errichtet und von einer kleinen, niedrigen Mauer umgeben, an der eine Gedenkplakette fĂźr den Earl angebracht war. Das ganze Ensemble hatte die Form eines Achtecks. Anfang 1895 wurde aus ästhetischen GrĂźnden die den Brunnen umgebende Mauer entfernt. So entstand einer der beliebtesten Treffpunkte in London. Blumenmädchen und Schuhputzer lieĂen sich auf den Stufen nieder und waren noch bis in die 1940er Jahre anzutreffen. TrinkgefäĂe, die mit Ketten an den Brunnenbecken befestigt waren, wurden aus hygienischen GrĂźnden 1899 entfernt.
Umgestaltung 1924â1932
1924, als ein GroĂteil der Gebäude an der westlichen und sĂźdlichen Seite der Kreuzung, an der Einfahrt zur Piccadilly und der Regent Street, kĂśnigliches Eigentum wurde, entschied man sich dazu, die gesamte Kreuzung architektonisch umzugestalten. Die alten Gebäude aus der Regency-Zeit, mit ihren relativ schmucklosen, weiĂen Fassaden und den vorgetäuschten ionischen oder dorischen Säulen, wurden komplett abgerissen. Man befand die Gebäude als nicht mehr zeitgemäà und repräsentativ. AuĂerdem waren sie fĂźr die steigenden AnsprĂźche der Geschäftsinhaber zu klein geworden. Des Weiteren bemängelte man Nashs schlampige Bauweise. Die alten Gebäude wurden durch Bauten ersetzt, die fast doppelt so hoch sind wie ihre Vorgänger, jedoch in einer anderen Architekturform (Eklektizismus) und ohne die Quadranten, die ja einen Circus formen. GroĂzĂźgige Geschäftsräume fanden darin Platz; groĂe Bossenquader wurden anstelle von Stuck zur VerschĂśnerung verwendet und anstatt der kleinen Fenster erschuf man groĂe, meist zweigeschossige, bogige Fensterfronten. Des Weiteren wurden Bogenarkaden, hohe Kamine, Kuppeln und Figurenschmuck zur VerschĂśnerung eingesetzt. Die Hauptbauarbeiten wurden bereits 1928 abgeschlossen. Lediglich der London Pavilion und das sich gegenĂźber befindliche viktorianische Criterion Theatre Ăźberlebten diese Radikalkur.
Von 1924 bis 1932 wurde der Erosbrunnen ebenfalls von der Kreuzung entfernt. Man renovierte die Brunnenbecken und stellte derweil die Engelsfigur in den Victoria Embankment Gardens nahe der Parlamentsgebäude auf. In der Zwischenzeit wurde unterirdisch ein neues FuĂgängerdeck mit Kiosken und einer Schalterhalle fĂźr Fahrkarten errichtet und der sich darunter befindliche U-Bahnhof vergrĂśĂert und modernisiert; im Dezember 1928 waren auch hier die Bauarbeiten vollendet. Nach den ganzen Umbauarbeiten wurde dann der Brunnen Ende 1932 wieder auf dem Circus aufgebaut. Man gab ihm nun noch ein Plateau aus fĂźnf weiteren Stufen hinzu und stellte ihn in der Mitte der Kreuzung wieder auf. Nun aufgrund der neuen Stufen war er 1,03 Meter hĂśher als zuvor. Dem achteckigen Grundriss des Brunnens angepasst, wurde ein schmaler Gehsteig um die Stufen gebaut und vier groĂe StraĂenlaternen hinzugefĂźgt. 1937 wurde die Verkehrsregelung von den ursprĂźnglich sich an jeder Einfahrt zum Circus befindlichen Polizisten, auf Ampelregelung umgestellt. Die BelĂźftungsanlage der U-Bahn, die sich auf einer kleinen Verkehrsinsel neben dem Denkmal befand, wurde ebenfalls entfernt.
Um dem ansteigenden StraĂenverkehr gerecht zu werden, wurde bereits 1926 ein Kreisverkehr-System auf der Kreuzung eingefĂźhrt, welches 1934 durch die erstmalige Markierung von Fahrspuren manifestiert wurde. Bereits 1930 hatte man das erste Mal die Benutzung von Fahrbahnmarkierungen in Form von Haltelinien und Richtungspfeilen erprobt und später eingefĂźhrt.
Zweiter Weltkrieg und 1950er Jahre
Während der Kriegszeit gab es am Piccadilly Circus einige wenige Veränderungen bzw. SchutzmaĂnahmen. 1941 wurde die Engelsfigur vom Brunnen abmontiert und in einem Bunker in Egham gelagert. Der Brunnen selbst wurde mit Eisenplatten umhĂźllt. Die Leuchtreklamen wurden abgestellt und erst am 3. April 1949 wieder in Betrieb genommen. Die Lichter der StraĂenlaternen wurden abmontiert. Die Sockel der Laternen und der Ampeln, sowie die Bordsteinkanten wurden schwarz-weiĂ-gestreift angestrichen, um sie bei Dunkelheit besser sichtbar zu machen. Zusätzlich wurden die U-Bahn-Eingänge mit kleinen Backsteinbunkern Ăźberdacht. Während der Luftangriffe wurde im September 1940 ein Krater in die nahe gelegene Regent Street geschossen und einige Gebäude hinter dem Circus zerbombt. Durch die Wucht der Explosionen zerbarsten die Glasscheiben und einige Reklametafeln am Platz, was dazu fĂźhrte, dass bis zum Ende des Krieges die Fenster mit Holzplatten bedeckt wurden. Erst zwei Jahre nach dem Krieg, im Juni 1947, setzte man wieder die Engelsfigur auf den Brunnen. 1951 wurde anlässlich des Festival of Britain der Brunnen erstmals wieder angestellt und seine Becken mit Wasser gefĂźllt. 1952 verlieĂen die letzte Blumenverkäuferin und der letzte Schuhputzer den Platz fĂźr immer.
Neuplanung 1961 und 1973
1961 entdeckte man jedoch, dass das ganze Ensemble viel zu gefährlich war. Da der kleine Platz mit dem Denkmal darauf als Kreisverkehr fungierte, war er Tag und Nacht vom dichten Verkehr umgeben und fĂźr die unzähligen FuĂgänger kaum zugänglich. Diese aber liefen einfach Ăźber die viel befahrene Kreuzung und gerieten dabei oft genug zwischen die Busse und Autos. FuĂgängerampeln oder gekennzeichnete Ăbergänge waren zu diesem Zeitpunkt noch nicht vorhanden. AuĂerdem war der StraĂenverkehr in den vergangenen fast 30 Jahren so sehr angestiegen, dass es fast immer zu enormen Stockungen um das Denkmal kam. SchlieĂlich entschied man sich den Kreisverkehr aufzugeben und einen Platz zu bauen, der sich dem dreieckigen Zuschnitt der Kreuzung anpassen sollte. So wurde zwischen 1961 und 1963 erst einmal probeweise ein nahezu dreieckiges Gebiet um das Denkmal mit Absperrzäunen und Pylonen errichtet. Nach einem positiven Resultat und der Vereinfachung und Verbesserung des Verkehrsflusses wurde letztendlich 1963 die abgesperrte Fläche gepflastert und erĂśffnet. Mit ihr entstand ein Taxistand bzw. eine Bushaltestelle fĂźr Sightseeing-Busse direkt am Brunnen. Nun konnte der Verkehr nicht mehr komplett um das Denkmal fahren und es gab mehr Platz fĂźr die FuĂgänger. Jedoch wurde dadurch die Verbindung zwischen der Shaftesbury Avenue und der Piccadilly gekappt. Viele Busse mussten nun einen Umweg durch die nahegelegene Jermyn Street in Kauf nehmen. Nach langwierigen Debatten um einen RĂźckbau des Platzes wurde jedoch dann ein Kompromiss gefunden und im Jahr 1973 eine schmale Busspur quer Ăźber die gepflasterte Mittelinsel gebaut und somit die Geschlossenheit des Platzes wieder aufgebrochen. Dies sorgte zunächst fĂźr eine rasche Abfahrt der Busse.
Komplette Umgestaltung ab 1984
Ab 1984 folgte eine weitere groĂe bauliche Veränderung, die erst am Ende des Jahrzehnts abgeschlossen wurde. Da die ganze Gegend zu heruntergekommen war, entschied man sich fĂźr eine komplette GeneralĂźberholung. Täglich kam es auf der Kreuzung zu groĂen Staus und einigen Unfällen. Es wurde festgestellt, dass das Denkmal im Wege stand und der ganze StraĂenverkehr nur sehr stockend Ăźber die Kreuzung fahren konnte. Bereits in den 1970er Jahren wurden der Stadt viele Baupläne vorgelegt. Einige sahen Glashochhäuser mit Verbindungsstegen fĂźr FuĂgänger vor, andere wollten das Denkmal komplett entfernen und eine verkehrsfreundlichere Kreuzung bauen. Diese Pläne wurden alle abgelehnt, da man den architektonischen Charakter der Kreuzung erhalten wollte. SchlieĂlich wurde zuerst der London Pavilion aufgestockt. Er erhielt ein niedriges Walmdach aus Schiefer, sowie ein Zwischengeschoss und einige viktorianische Figurengruppen als Dekoration.
Im Herbst 1984 wurde der Brunnen, wie schon 1924, von der Kreuzung entfernt und von Experten in Edinburgh restauriert, denn die Becken und die Aluminiumfigur waren durch die Abgase der vergangenen 20 Jahre stark in Mitleidenschaft gezogen worden. Derweil wurde die komplette VerkehrsfĂźhrung auf der Kreuzung verändert. Die 1963 errichtete und 1973 umgestaltete Verkehrsinsel samt der Bushaltestelle und des Taxistandes wurden entfernt, und mit ihr die schlecht geplante VerkehrsfĂźhrung aus schmalen Zu-, Ab- und Durchfahrten. Eine logische und einfache StraĂenfĂźhrung wurde angelegt mit breiteren StraĂen und breiteren Gehwegen, sowie weniger Haltepunkten mit Ampeln.
Die Shaftesbury Avenue wurde zur EinbahnstraĂe umgestaltet und konnte nun nur noch als Ausfahrt vom Circus genutzt werden.
Auch die Fassaden der Bauten an der westlichen Seite der Kreuzung, Richtung Piccadilly und Regent Street, wurden gereinigt, denn der einst so berßhmte Londoner Smog hatte sie ßber die Jahre eingeschwärzt bzw. verdunkelt.
Nach seiner Instandsetzung wurde der Brunnen an einer ganz neuen Stelle wiedererrichtet, 40 FuĂ weiter Ăśstlich von der Mitte der Kreuzung entfernt, nicht länger isoliert auf einer Verkehrsinsel stehend, sondern in eine gepflasterte Fläche vor dem Criterion Theatre inkludiert, die ausschlieĂlich den FuĂgängern vorbehalten ist. Dadurch wurden die DurchfahrtsstraĂe vor dem Criterion Theatre, die Busspur und die alte Bushaltestelle am Platz aufgegeben. Um den Brunnen herum wurde der Platz so angelegt, dass der Verkehr in einem sanften Bogen an ihm vorbeifahren muss. Dies macht das Denkmal fĂźr die unzähligen Besucher viel leichter zugänglich, im Gegensatz zur alten Platzgestaltung, als der Brunnen noch isoliert auf der Verkehrsinsel stand und es durch die Absperrgitter entlang der Gehwege und um die Insel herum kaum ZugangsmĂśglichkeiten gab. AuĂerdem wurde ein weiterer U-Bahn-Eingang neben dem Denkmal geschaffen, ungefähr auf der HĂśhe der alten Bushaltestelle. So war der Piccadilly Circus noch bis 2009 vorzufinden.
2009âheute
Zu Beginn des 21. Jahrhunderts sollte der Piccadilly Circus erneut eine groĂe, bauliche Umgestaltung erleben. Abermals ist Ăźber die Verkehrssituation diskutiert worden. Demnach sollte nach ca. 40 Jahren das EinbahnstraĂensystem aufgegeben werden. Grund war der Neubau einer Busspur entlang der Shaftesbury Avenue. Sie soll Ăźber den Platz fĂźhren und direkt in die Piccadilly einmĂźnden. Zudem sollen die Haymarket und die Lower Regent Street in normale zweispurige StraĂen umgestaltet und dadurch die Platzgestaltung komplett neu konzipiert werden. Zwar wird man den Kreisverkehr mit dem Brunnen aus den 1950er Jahren nicht wiederherstellen, aber den Platz um das Denkmal verkleinern, da die StraĂen verbreitert werden. Geplant sind neue und moderne StraĂenlaternen und die Entfernung der Absperrzäune entlang der Gehsteige. Die Bauarbeiten fĂźr die Umgestaltung starteten am 19. August 2009 und sollen bis zu den Olympischen Spielen 2012 abgeschlossen sein. Die Umbaukosten sind auf ca. 40 Millionen Pfund angesetzt worden.
Mittlerweile sind die Hauptarbeiten der Platzneugestaltung abgeschlossen. Die neue Busspur entlang der Shaftesbury Avenue wurde erĂśffnet. Sie mĂźndet nun in den Circus und wird in der Kreuzungsmitte lediglich durch eine schmale Verkehrsinsel vom Gegenverkehr getrennt. Zur erleichterten Einfahrt in die Piccadilly wurde auch hier die alte Verkehrsinsel zurĂźckgebaut. Zusätzlich zur neuen Busspur wurden neue FuĂgängerĂźberwege errichtet; einer vor dem London Pavilion und einer zwischen dem Denkmal und dem ehemaligen Virgin-Superstore. Durch die Neuschaffung der Busspur wurden jedoch die drei Fahrspuren auf dem Circus und in seiner Einfahrt von der Piccadilly herkommend auf lediglich zwei reduziert. Mittlerweile wurde auch die Zufahrt von der Glasshouse Street her kommend fĂźr den Verkehr gesperrt und in einen FuĂgängerbereich umgestaltet. Um den StraĂenverkehr in Richtung des Londoner Westens zĂźgiger abwickeln zu kĂśnnen und um die parallel verlaufenden StraĂenzĂźge entlasten zu kĂśnnen, wurde die EinbahnstraĂen-Situation der Piccadilly aufgegeben und nun kann, zum ersten Mal seit den 1950er Jahren wieder, sämtlicher Verkehr, nicht nur der Ăśffentliche, vom Circus aus in die Piccadilly in Richtung Hyde Park Corner abfahren.
Reklametafeln
1900â1975
Piccadilly Circus ist nicht nur fĂźr sein Denkmal, sondern auch fĂźr seine Reklametafeln bekannt. Die erste Reklametafel wurde 1900 auf dem Dach des London Pavillon angebracht, sie warb fĂźr Spatenbräu. Ab 1910 wurden dann auch Leuchtbuchstaben an der gewundenen Eckfassade an der Einfahrt zur Shaftesburry Avenue angebracht. Ab dem Jahre 1923 wurde die komplette Fassade des London Pavilion als Werbefläche genutzt. Das Eckhaus an der Einfahrt zur Haymarket wurde ebenfalls mit Leuchtbuchstaben behängt. Im Laufe der Zeit wurden aus den weiĂen GlĂźhbirnen bunte NeonrĂśhren. Bald waren es jedoch keine reinen Buchstabenfolgen mehr, sondern ganze Tafeln mit Figuren und Lichtspielen. Diese wurden nicht mehr auf Gestellen angebracht, sondern auf groĂen Platten. So wurden teilweise ganze Hausfassaden verdeckt.
1977â2017
1977, als der London Pavilion an einen neuen Besitzer Ăźberging, wurde darĂźber entschieden, hier die Reklametafeln zu entfernen. Seit diesem Zeitpunkt dĂźrfen keine Werbetafeln mehr an der Fassade des Pavilions angebracht werden. Auch wurden Mitte der 1980er die Reklametafeln an der Einfahrt zur Haymarket entfernt. Seit der Grunderneuerung der Kreuzung Ende der 1980er ist es nur noch erlaubt, Werbung an dem gewundenen Eckhaus an der Shaftesbury Avenue anzubringen. Die Anzahl der zu vermietenden Flächen wurde auf sechs groĂe Tafeln und eine Ăźber dem ehemaligen Burger-King-Restaurant festgelegt. Zudem ist seit 2007 ein von der Firma LG angebrachter Videoschirm auf dem Dach des Eckhauses an der Haymarket anzufinden. Mitte der 1970er wurden letztendlich noch die letzten viktorianischen Gebäude hinter den Werbetafeln abgerissen und durch einfache Betonbauten ersetzt. FĂźr Verzierungen und Anpassung an die umliegenden Bauten hat man sich nicht entschieden, da die Hauswände sowieso mit Reklame bedeckt wurden, und es unwahrscheinlich erschien, dass diese Flächen einmal Werbefrei sein sollten.
Marken und Reklametafeln
Die Werbeflächen wurden von folgenden Herstellern genutzt:
⢠Volkswagen hatte in den 1970er Jahren eine Reklametafel mit Lichtspielen.
⢠TDK ersetzte die ehemalige Reklametafel von Kodak aus dem Jahr 1990. Die Reklame blieb Ăźber die Jahre nahezu unverändert. Lediglich 2001 wurde die Farbe der NeonrĂśhren im Hintergrund von grĂźn auf blau verändert und die Worte âAudio & Video Tapeâ und âFloppy Disksâ unter dem Logo entfernt. Im August 2010 wurde die Neon-Reklame durch eine identisch aussehende Reklametafel in LED-Technik umgestellt. Ende März 2015 hat TDK die Werbetätigkeit am Piccadilly Circus eingestellt.
⢠McDonaldâs wirbt seit den 1980er Jahren am Platz und benutzt dabei die ehemalige Werbefläche von BASF. Im Jahr 2001 wurde das Zeichen von NeonrĂśhren auf einen LED-Bildschirm umgestellt.
2017
Am 16. Januar 2017 wurden die einzelnen LED-Displays um 8:30 Uhr abgeschaltet,cite-ref-1[1] um durch eine einzelne Videowand ersetzt zu werden. Am 26. Oktober 2017 wurde das neue Display wieder offiziell in Betrieb genommen, nachdem es schon Tage zuvor eine statische Nachricht zeigte. Dies war, seit dem Ausschalten der Reklamen während des Zweiten Weltkrieges und dem unmittelbaren Zeitraum danach, die längste Periode ohne Werbung am Piccadilly Circus. Die gebogene Videowand aus LED-Segmenten der Firma Ocean Outdoor mit einer AuflĂśsung von mehr als 4K (UHD) auf 780 m² kann vollflächig bespielt werden, wird aber meistens in sechs Segmente (4Ă quadratisch mit 1/4-Breite und 2Ă mit 1/2-Breite) unterteilt, die einzelne Firmen buchen kĂśnnen, was eine flexible Nutzung ermĂśglicht. Am ersten Tag waren dies u. a. die Firmen eBay, Hyundai, LâOrĂŠal, Coca-Cola, Samsung und Hunter Boots. Die Reklamewand ist die grĂśĂte LED-4K-Video-Wand in Europa.cite-ref-2[2]
Markante Gebäude
London Pavilion
An der nordĂśstlichen Seite des Circus, an der Kreuzung der Shaftesbury Avenue und der Coventry Street, steht der London Pavilion. Das erste Gebäude, das diesen Namen trug, wurde 1859 erbaut und war eine Musikhalle. Mit dem Bau der Shaftesbury Avenue im Jahre 1886 wurde der alte Pavillon abgerissen und der neue Pavillon errichtet, auch er wurde als Musikhalle genutzt, erhielt aber in den unteren Etagen Restaurants, Bars und einen Friseursalon. Im Gegensatz zum alten Pavillon wurde der neue im Stil des Eklektizismus bzw. Historismus errichtet, das heiĂt, es wurden mehrere historische Baustile verwendet, in diesem Fall Elemente der Renaissance, des Barock und des Klassizismus. Ab 1923 wurden Teile der Fassaden als Werbefläche genutzt. 1934 wurde das Gebäude in ein Kino bzw. Lichtspieltheater umgebaut. Vierzig Jahre später wurden die Reklametafeln entfernt und es wurde damit begonnen, das Gebäude zu erneuern und die maroden Fassaden zu restaurieren. 1986 wurde der neue London Pavilion erĂśffnet. Er hatte eine weitere Zwischenetage sowie ein Schieferdach mit Fenstern erhalten, auĂerdem wurden viktorianische Steinfiguren auf dem Dach und den Balustraden aufgestellt, die jedoch schon Mitte 2003 wieder abgebaut wurden. Seit der NeuerĂśffnung ist der London Pavilion ein Einkaufszentrum und mit der Schalterhalle der U-Bahn verbunden. Seit dem Jahr 2000 ist der Pavilion mit dem Trocadero Centre verbunden.
Criterion Theatre
Das Criterion Theatre befindet sich an der Sßdseite des Platzes. Das Gebäude wurde von Thomas Verity erbaut und 1874 erÜffnet. Mit Ausnahme des Kartenverkaufsschalters ist das ganze Theater mit seinen 600 Sitzplätzen unterirdisch gelegen und ßber ein elegantes Treppenhaus zu erreichen.
1883 wurde das Theater fĂźr kurze Zeit geschlossen, um die LĂźftungsanlage zu erneuern und die Beleuchtung von Gaslichter in elektrische Lichter umzuwandeln. Weitere Renovierungs- und UmbaumaĂnahmen fanden ab 1989 statt. Im Jahre 1992 wurde das Theater dann feierlich wiedererĂśffnet.
Geschäfte
⢠H&M (Bekleidung)
⢠Virgin (Elektronik) (geschlossen)
⢠HMV (Elektronik)
⢠GAP (Bekleidung)
⢠Lillywhites (Sportartikel)
⢠Boots (Drogerieartikel)
⢠London Pavilion (Einkaufszentrum)
⢠The Sting â Network of brands (Bekleidung)
⢠Covent Garden Lady (Bekleidung)
Anbindung (Ăśffentlicher Nahverkehr)
U-Bahn
⢠Station: Piccadilly Circus
⢠U-Bahn-Linien:
⢠Bakerloo Line
⢠Piccadilly Line
⢠U-Bahn-Eingänge: (âExit 1â bis âExit 4â)
⢠Regent Street und Glasshouse Street (Exit 1)
⢠Regent Street und Ausgang West (Exit 2)
⢠Piccadilly und Ausgang West 2 (Exit 2)
⢠Piccadilly und Lower Regent Street (Exit 3)
⢠Lower Regent Street und Ausgang Sßd (Exit 3)
⢠Eros (Exit 4)
⢠Shaftesbury Avenue und Coventry Street (Exit 4)
Alle sieben Ein- bzw. Ausgänge am Platz zeigen das typische Emblem der Londoner U-Bahn, dem âCircle and Barâ â ein roter Kreis (Circle), der durch einen blauen Streifen (Bar) mit dem Wort âUndergroundâ durchbrochen wird. Zusätzlich befinden sich die Worte âPublic Subwayâ auf dem blauen Streifen. Sie deuten an, dass die unterirdische Passage auch als FuĂgängerunterfĂźhrung genutzt werden kann. Das typische Aussehen des Zeichens, mit den beiden Laternen, stammt aus den 1930er Jahren.
Alle Zugänge sind noch in der originalen Anordnung, seit der ErĂśffnung der U-Bahn-Station, vorhanden. Lediglich der Zugang neben dem Brunnen Eros (Exit 4) ist eine Neuerschaffung und wurde erst 1986 erĂśffnet, zuvor befand sich hier ein Teil der StraĂe mit Bushaltestelle. Das originale Stationsgebäude, mit Zugang zur Verteilerebene unter der Kreuzung, befand sich an der Ecke zur Haymarket und wurde Anfang der 90er Jahre abgerissen. An seiner Stelle steht heute ein historisierender Neubau mit dem Helios-Brunnen.
Bus
Zurzeit (April 2015) bedienen folgende Linien den Platz:
⢠03 Crystal Palace â Oxford Circus
⢠12 Dulwich â Oxford Circus
⢠13 Aldwych â Golders Green
⢠14 Putney Heath â Warren Street
⢠19 Battersea Bridge â Finsbury Park
⢠22 Putney Common â Piccadilly Circus
⢠23 Liverpool Street â Westbourne Park
⢠38 Clapton Road â Victoria Station
⢠88 Camden Town â Clapham Common
⢠94 Acton Green â Piccadilly Circus
⢠139 Waterloo Station â West Hampstead
⢠159 Marble Arch â Streatham
⢠453 Deptford Bridge â Marylebone
Weblinks
Commons
: Piccadilly Circus
â Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Einzelnachweise
51.509861-0.134529coordinatesKoordinaten: 51° 30Ⲡ35,5ⳠN, 0° 8Ⲡ4,3ⳠW